Der Konkordianer

Wenn im nun folgenden Beschrieb mehrheitlich die männliche Form verwendet wird, schliesst dies die weibliche selbstverständlich mit ein.
Auf geschlechterspezifische Verhaltensunterschiede wird ausdrücklich hingewiesen!      

 

Gattung
Die Spezies der Konkordianer wird traditionell der Gattung der "intensiven Klangerzeuger" zugeordnet.
In den ersten fünf Wochentagen kümmert sich der Konkordianer wie die meisten Erdenbewohner um die Nahrungsbeschaffung, den Nestbau sowie der Familienbetreuung.

 

Verhaltensweisen
Gegen Ende des fünften Wochentages kann jedoch eine aussergewöhnliche Verhaltensweise beobachtet werden. So verlässt der Konkordianer seinen warmen, schützenden Bau und begibt sich an einen festgelegten Ort in seinem Stammgebiet, wo er sich mit gleichgesinnten Artgenossen trifft. Dort wird ersichtlich, woher die Zugehörigkeit zu dieser aussergewöhnlichen Gattung herrührt. Die Konkordianer blasen durch verschieden dicke und lange Rohre aus Holz oder Metall und erzeugen so ihre Klänge. Gemäss ihrem Körperbau entscheiden sich die weiblichen Konkordianer eher für kurze, gerade Rohre, die männlichen für lange, dicke und gebogene. Einzelne Exemplare haben sich auf die Klangerzeugung mittels Schlagen auf Felle oder andere Materialien spezialisiert.


Anders als beispielsweise der entfernt verwandte Guggerianer freut sich der Konkordianer, wenn bei der gemeinsamen Klangerzeugung ein Wohlklang entsteht. Man könnte sogar behaupten, dies sei die eigentliche Triebfeder für diese eindrucksvolle Aktivität. Die Vielfältigkeit dieser Klänge ist beeindruckend; virtuose Tonfolgen ertönen im Wechsel mit ruhigen, besinnlichen Klängen, welche die Seele berühren. Nicht selten verfeinert der Konkordianer in seinem Heim seine Fertigkeiten, um beim nächsten Zusammentreffen das Lustgefühl zu steigern und / oder bei den (meist weiblichen) Artgenossen Eindruck zu schinden.


Leitung
Die Gruppe wird von zwei erfahrenen Anführern geleitet. Der eine koordiniert mittels Holzstab die Klänge der einzelnen Mitglieder und versucht durch spezielle Mimik, Gesten und Anweisungen einen Wohlklang zu formen, welcher Emotionen weckt und zu oben erwähntem Lustgefühl führen soll.
Der Andere sorgt für optimale Voraussetzungen im Umfeld der jeweiligen Treffen und der zusätzlichen Aktivitäten. Beide Anführer werden von mehreren ausgewählten Konkordianern bei der Ausführung ihrer Aufgaben unterstützt. Diese ausgewählten Artgenossen geniessen aufgrund ihrer zusätzlichen Aufgaben zum Wohle der gesamten Gruppe ein hohes Ansehen und Wertschätzung im Rudel.

 

Soziales Verhalten
Bemerkenswert ist ferner das soziale Verhalten innerhalb der Gruppe. Während den Treffen wird eine vorbestimmte und nur gelegentlich angepasste Sitzordnung eingehalten. Dabei fällt die gegenseitige Unterstützung bei den Sitznachbarn ins Auge; jeder hilft dem anderen und freut sich über dessen Leistung und Fortschritt. Obschon zum Teil frappante Unterschiede im Leistungsvermögen vorhanden sind, wird jeder Einzelne, ob jung oder alt, mit seinen Stärken und Schwächen akzeptiert und ins Kollektiv eingebunden. Gelegentliche Unstimmigkeiten oder Zwistigkeiten werden durch feinfühlige Gespräche der Anführer mit den Betroffenen angepackt und mit einer erstaunlichen Ruhe gelöst.

Regeln
Der Konkordianer legt bei all seinen Aktivitäten grossen Wert auf Vollzähligkeit. Dies scheint sowohl für die Harmonie in der Gruppe als auch die gemeinsame Klangerzeugung von immenser Bedeutung zu sein. Immer wieder kommt es jedoch vor, dass einzelne Artgenossen den Treffen fernbleiben, was die Gruppe belastet und nicht selten zu erhitzten Gemütern führt. Die Gründe für ein Fernbleiben sind mannigfaltig: verlängerte Nahrungsbeschaffung, Krankheit, verzögerter Nestbau etc. Diese Gründe werden bei rechtzeitiger Benachrichtigung jedoch akzeptiert, obschon die Abwesenden in der Gruppe schmerzlich vermisst werden.
Ein selteneres Phänomen sind Absenzen aufgrund von Lustlosigkeit, die bei regelmässigem Auftreten mit einem inneren Entfernen von der Gruppe einhergehen. Solche Situationen erfordern von allen Artgenossen, insbesondere den Anführern, besonderen Einsatz und Sorgfalt, um den Angesprochenen ihren Wert in der Gruppe zu verdeutlichen und sie durch vermehrte Aufmerksamkeit wieder ins Kollektiv zu integrieren.

 

Aktivitäten
Die Konkordianer üben verschiedenste Aktivitäten aus. Am bedeutungsvollsten sind zweifelsohne die regelmässigen Treffen zwecks Klangerzeugung. Nach etwa zwei Stunden intensiven Blasens und Schlagens macht sich bei allen eine gewisse Zufriedenheit und zum Teil auch Müdigkeit breit. Die Rohre und Schlagmaterialien werden verstaut, und das Rudel verschiebt sich in eine andere Behausung. Ebendort zeigt sich der wohl auffälligste Verhaltensunterschied zwischen männlichen und weiblichen Konkordianern; während die männlichen Exemplare mehrheitlich einem herben Gerstensaft zusprechen, schätzen die weiblichen Artgenossen eher süsse oder nichtalkoholische Getränke. Ausnahmen bestätigen die Regel ;-)

Während im ersten Teil, bei der Klangerzeugung, Disziplin und Aufmerksamkeit gross geschrieben werden, ist die Ambiance im zweiten Teil weitaus gelöster, lebhafter und humorvoller. Die Kombination dieser beiden, scheinbar sehr unterschiedlichen Aktivitäten kann aber durchaus als Schlüssel für die hervorragende Harmonie in der Gruppe angesehen werden.

Mehrere Male im Jahreszyklus lassen die Konkordianer auch andere Artgenossen und Gattungen an ihrer Klangerzeugung teilhaben.
Dazu suchen sie spezielle Orte auf, an welchen ihre Klänge besonders gut zur Geltung kommen.
Um ihre Zusammengehörigkeit nach aussen zu demonstrieren, erscheinen alle in der gleichen Montur. Sinn und Zweck dieser Aktivitäten ist vor allem die Weitergabe von Freude und Emotionen an die Zuhörer, die bei Gelingen automatisch wie ein Echo wieder auf die Klangerzeuger zurückfällt.

Teilweise unternehmen die Konkordianer auch längere Streifzüge, um sich mit anderen Artgenossen und deren Klangerzeugung zu messen. Grundsätzlich steht dabei, wie bei allen Treffen, das Lustgefühl bei der gemeinsamen Klangerzeugung im Fordergrund. Darüber hinaus kann ein erfolgreiches "Battle" aber auch eine Bestätigung für die eigenen Stärken sein und das Selbstwertgefühl steigern. So oder so wird danach, diesmal gemeinsam mit den Artgenossen der anderen Rudel und nicht selten weit exzessiver, der "zweite Teil" zelebriert.

Bestand 
Die allgemeine evolutionäre Weiterentwicklung der Spezies sowie eine stark veränderte Umwelt macht den Konkordianern und ihrer Gemeinschaft das Leben zunehmend schwerer. Der stetig steigende Druck bei der Nahrungsbeschaffung, erhöhte Erwartungshaltungen und Ansprüche im Nestbau und der Familienbetreuung, sowie unzählige neue Verlockungen lassen den Bestand bedrohlich schrumpfen. Die Konkordianer werben in ihrem engeren, und zunehmend auch weiteren Umfeld nach neuen, jungen und alten, Artgenossen, welche die wertvollen Aktivitäten weiter pflegen.

 

Helfen Sie mit, den Fortbestand dieser aussergewöhnlichen Spezies zu sichern!

Ideelle und materielle Unterstützung sowie Neumitglieder sind jederzeit herzlich willkommen!